Ein bunter Bogen im Regen

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

colorful drawing: a beautiful rainbow

vor einigen Tagen hatte ich nach langer Zeit einmal wieder das Vergnügen, einen großen Regenbogen in seinen vielen Farbschattierungen zu entdecken. Als Christin erinnert er mich an die alttestamentliche Geschichte der Arche Noah: Entgegen dem äußeren Anschein und den äußeren Bedingungen baut Noah auf Gottes Wort hin eine riesige Arche auf trockenes Land. Am Ende dieser Geschichte steht der Regenbogen und damit Gottes Zusage an den Menschen: Ich stehe zu dir, ich werde keine todbringende Flut mehr schicken. – Den Regenbogen als ein sichtbares Zeichen einer Brücke zwischen Gott und den Menschen, gebildet aus unterschiedlichen Farbbögen, zu verstehen; diesen Gedanken hatte ich, als ich folgenden Bibelvers in Jesaja 43,1 las: ‚So spricht der Herr, der dich geschaffen hat: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein!‘ In diesem Worten werden sechs unterschiedliche Bögen zwischen dem Ich Gottes und dem Dich des angesprochenen Menschen gespannt: ‚So spricht der Herr‘ – Gott spricht den Menschen an, er möchte Kontakt und Kommunikation mit ihm. ‚Der dich geschaffen hat‘ – erklärt mein ‚Woher komme ich?‘ Und impliziert die Antwort auf das ‚Warum bin ich?‘: Gott hat mich gewollt. Weiter geht es mit einem für unser Leben grundlegenden Zuspruch: ‚Fürchte dich nicht‘ – denn Furcht schränkt ein und lähmt. ‚Denn ich habe dich erlöst‘ – Gott möchte uns Belastendes und Lähmendes abnehmen, uns zu einem gelingenden Leben befreien. ‚Ich habe dich bei deinem Namen gerufen‘ – Gott spricht jeden Menschen an, kennt seinen Namen und seine Lebensgeschichte, weiß, wer wir sind. ‚Du bist mein‘ – In welcher Lebenssituation ich auch stehe, ich bin in Gottes Händen, ein von ihm gewolltes und geliebtes Geschöpf. – Nicht nur in diesem Bibelvers, sondern in den ganzen Bibel – im Alten wie im Neuen Testament – finden wir immer wieder die Ansprache eines hartnäckigen Gottes, der als Schöpfer seinen Geschöpfen nachgeht, sie anspricht und sie mit offenen Armen willkommen heißt, wenn sie den Weg zu ihm suchen. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass Sie diese suchende Ansprache Gottes spüren und wahrnehmen, sie in der Natur, in Mitmenschen oder Worten finden und bejahen können. Diese Ansprache Gottes und sein Nachgehen hat mein Leben geleitet, geprägt und tröstet mich in schwierigen Lebenssituationen. Diese Erfahrungen wünsche ich Ihnen ebenfalls.

Mit herzlichen Grüßen
J.Ruhöfer

Evang.-Freikirchliche Gemeinde, Nordring 49-51
(Bild Regenbogen © czarny_bez)

Gottes geliebte Menschen

Liebe Leserin,
liebe Leser,

am 8. Mai hat die zweite Nacht der Kirchen in Griesheim stattgefunden; auf diese vielfältige und kreative Veranstaltung hatten sich die ökumenisch zusammenwirkenden christlichen Gemeinden als ihren Beitrag zu „850 Jahre Griesheim“ verständigt. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde hat dies mit der Aktion „Gottes geliebte Menschen“ verbunden. Haben Sie etwas davon mitbekommen? Zu je zwei Terminen in unseren Gemeinderäumen und in der Stadt haben wir Menschen gebeten, sich fotografieren zu lassen. Die entstandenen Bilder haben wir zu einer Fotoausstellung zusammengetragen – 150 Bilder von Menschen in Griesheim! Unser Fotograf Gunnar Bremer, zugleich Regionalreferent unserer Freikirche, sagte uns voraus: „Das wird Euch verändern!“  Recht hatte er.Gottes geliebte Menschen
(Foto: privat)

Veränderung Nummer eins: Mal wieder seinen Mut zusammen zu nehmen, fremde Menschen anzusprechen, einzuladen, Bestandteil der Ausstellung für Griesheim zu werden. Haben Sie das schon mal gemacht – auf einem öffentlichen Platz fremde Menschen anzusprechen, einzuladen – und sei es zu einer solchen Kleinigkeit wie: ein Foto von sich machen zu lassen? Klar und zu verstehen auch, dass ein Vielfaches vom Ergebnis sich nicht ansprechen lassen will und fremde Ansprache eher als Zumutung ansieht. Erstaunlich aber, wie viele sich eben den Moment genommen haben – und weitere uns tiefen Einblick in ihr Leben gegeben haben: Die Seniorin, die neu in die Stadt kam und jetzt hier heimisch werden möchte; der coole Typ, der sich gerne zur Schau stellt und das auch so sagt; der Inter Mailand – Fan, der zu jedem Heimspiel kostenlos fahren und dort untergebracht werden kann; die etwas abgespannte Mutter, die sich über ein überraschendes Angebot von Fotos ihrer Kinder freut; der Radfahrer, der zunächst wegen ‚Zeitmangels‘ ablehnt und dann fast eine Stunde lang die Bitterkeiten seiner an Enttäuschung reichen Lebensgeschichte darlegte; der Mann, der gerade auf originelle Weise eine Jahre alte Schuld beglichen hatte und wie auf der Flucht schien; der Migrant, der sich sichtbar freute überhaupt mal angesprochen zu werden  – und, und und. Sie alle sind nun Bestandteil unserer Ausstellung und werden von uns überhaupt nicht mehr anonym wahrgenommen.

Veränderung Nummer zwei: Der Fotograf und Theologe Gunnar Bremer hat uns durch zwei themenorientierte Gottesdienste und zwei Themenabende auf teils amüsante, teils tiefgründige Weise neu dafür die Augen geöffnet, dass jeder Mensch ein von Gott geliebter Mensch ist – unabhängig von Herkunft, Geschichte, Aussehen, Status. „Gemeinsam ist man nicht mehr einsam“ oder „Gott, bin ich schön!“ – so lauteten etwa die Überschriften einzelner Veranstaltungen. Er hat uns und unsere Gäste ermutigt, einen neuen Blick auf uns selbst und andere zu richten, einen Blick von außen. Einen Blick aus der Richtung, die auch Gott einnehmen könnte: einen Blick der Freude, der Freundschaft, der Enttäuschung ohne Bitterkeit, der wohlwollenden Sorge, des Erkennens – der Liebe eben. Auch davon zeugen nun die 150 Fotos in unseren Gemeinderäumen im Nordring. Es hat uns hoffentlich – nein, ganz sicher – einen neuen Blick auf Mitmenschen gegeben, Mitmenschen, die wir vorher vielleicht kaum eines Blickes gewürdigt haben. Es hat etwas mit uns gemacht.

Die Erfahrung dieses Perspektivwechsels, diese neuen Blickes möchte ich Ihnen gerne weitergeben, Sie dazu ermutigen, einen neuen Blick auf die Menschen ihrer näheren und weiteren Umgebung zu wagen: wohlwollend, achtsam, mitfühlend, wenn es geht. Kurz gesagt: Mach’s wie Gott, schau neu hin! Das wird auch Sie verändern.

Peter Querbach
Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Griesheim
(Die Foto-Ausstellung kann jeweils nach unseren Gottesdiensten (ca. 11:30-12:30 Uhr) besucht werden) 

Nehmt einander an!“

Liebe Leserin,
liebe Leser,

zunächst darf ich Ihnen ein gutes – und wenn Sie gestatten, auch ein gesegnetes – neues Jahr wünschen.

Im Bereich der evangelischen Kirchen und Gemeinschaften ist es üblich, ein neues Jahr unter eine „Losung“, also ein Motto zu stellen, das einem Bibelwort entnommen ist. Dafür gibt es alljährlich ein mehrstufiges Verfahren, das von der Herrnhuter Brüdergemeinde verantwortet wird. Für das Jahr 2015 ist ein Wort aus dem Brief des Paulus an die Römer ausgewählt worden: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ (Römer 15,7) Inhaltlich entstammt das Wort dem Bemühen, Christen mit jüdischer Prägung und anderer Hintergründe (damals so genannte Heiden) so mit einander zu verbinden, dass sie gemeinsam zu einem glaubwürdigen Zeugnis ihres Glaubens an Jesus Christus fähig werden.

Jahreslosung 2015Jede Zeit hat ihre eigenen Themen, Problemstellungen und Entwicklungsschwerpunkte. So dürfen wir natürlich danach fragen und suchen, welche Aktualität einer Losung wie der oben genannten zukommt. Wenn man bedenkt, dass der Prozess der Auswahl dieses Bibelwortes einige Zeit her ist, kann man der Herrnhuter Brüdergemeinde beziehungsweise den Verantwortlichen für die Auswahl einen prophetischen Zug nicht absprechen. Dazu gleich mehr. Schauen wir zunächst ganz praktisch auf diese Aufforderung „Nehmt einander an!“ und die mögliche Herausforderung für unser Leben.

„Nehmt einander an“ kann gelten für Situationen, in denen uns zunächst fremde Menschen in unsere Lebenszusammenhänge treten, zum Beispiel in Familie, Beruf und sonstigem persönlichen Umfeld. Weiterlesen

Zwischen brennen und ausbrennen – wenn die Seele müde wird

Plakat_Inspirin_BurnoutDas Thema:

Von der Lust und der Last
Burnout-Gefährdete sind oft vielseitig begabte Menschen, die über eine ausgeprägte soziale Intelligenz verfügen. Es sind Menschen, die gerne und leidenschaftlich arbeiten. Sie wollen ihre Sache gut machen und mit dem Ergebnis zufrieden sein, kommen irgendwann an Ihre Grenzen und geraten stressbedingt in den Strudel eines Burnouts.

Die geistliche Dimension
Welche Rolle kann da dem Glauben zukommen, um diese innere Verunsicherung auszuhalten? Was bedeutet das für das Arbeiten und Miteinander in der Gemeinde?

Wie die Seele wieder zu atmen beginnt
Herr Prof. Dr. Heyl zeigt Wege aus der Burnout-Falle auf, gewährt einen Einblick in den eigenen Alltag, berichtet wie der Glaube immer neu trägt.

Weiter Infos können im Veranstaltungsflyer gefunden werden.

Betrachtung Kreuzweg (Karfreitag)

Matthäus 27, 50-54

Doch Jesus schrie noch einmal laut auf und starb. Da zerriss der Vorhang vor dem Allerheiligsten im Tempel von oben bis unten. Die Erde bebte, Felsen spalteten sich und Gräber brachen auf. Viele Tote aus dem Volk Gottes wurden auferweckt und verließen ihre Gräber. Später, als Jesus vom Tod auferweckt worden war, kamen sie in die Heilige Stadt und wurden dort von vielen Leuten gesehen. Als der römische Hauptmann und die Soldaten, die Jesus bewachten, das Erdbeben und alles andere miterlebten, erschraken sie sehr und sagten: »Er war wirklich Gottes Sohn!«

Kreuzweg in Otranto (Italien)

(Fotos: © Dieter Schütz / PIXELIO) – Slideshow 12 Bilder – Reihenfolge der Bilder nicht original.

Es waren auch viele Frauen da, die alles aus der Ferne beobachteten. Sie waren Jesus seit der Zeit seines Wirkens in Galiläa gefolgt und hatten für ihn gesorgt; darunter waren Maria aus Magdala, Maria, die Mutter von Jakobus und Josef, sowie die Mutter der beiden Söhne von Zebedäus.

Jesus wird ins Grab gelegt
Am Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa; er hieß Josef und war gleichfalls ein Jünger von Jesus geworden. Er ging zu Pilatus und bat ihn, den Leichnam von Jesus freizugeben. Da befahl Pilatus, ihn auszuliefern. Josef nahm den Toten, wickelte ihn in ein neues Leinentuch und legte ihn in sein eigenes Grab, das in einen Felsen gehauen und noch unbenutzt war. Dann rollte er einen schweren Stein vor den Grabeingang und ging fort. Maria aus Magdala und die andere Maria blieben dort und setzten sich dem Grab gegenüber nieder.
(© Bibeltext aus der Gute Nachricht Bibel)

„Mache dich auf, werde licht!“

Liebe Leserin,
liebe Leser,

auch wenn ich nun schon einige Erfahrung im Auf und Ab der Jahreszeiten habe, gestehe ich, dass mir die Dunkelheit zum Ende des Jahres gar nicht behagt. Klar, für Berufstätige Adventskranzist es in dieser Zeit völlig normal, morgens im Dunkeln aus dem Haus zu gehen – und viele kommen erst im Dunkeln wieder nach Hause zurück. Merkwürdig: In jedem Jahr staune ich neu, wie früh sich in der ohnehin schon grauen Tristesse der Tag neigt. Sicher, wir haben gelernt, das zu überspielen, wie so vieles. Wird es dunkel, dann machen wir eben Licht. Und was für Lichter machen wir da: In den Büros und Produktionsstätten ist es, wenn es sein soll, Tag und Nacht „taghell“, dafür sorgen schon die Arbeitsschutzvorschriften. Sportveranstaltungen, die für Fernsehübertragungen geeignet sein sollen, sind so hell erleuchtet, dass man ihren Lichtkegel weithin wahrnehmen kann. In unseren Wohnungen sorgen wir für die gewünschte Stimmung mit den unterschiedlichsten Lichteffekten. Ein Schaltimpuls genügt. Städte und Gemeinden, die wegen knapper Kassen zum Energiesparen gezwungen sind, kämpfen mit intelligenten Steuerungen um jede Minute, in der die Straßenbeleuchtung noch nicht zum Einsatz kommen muss – aber dann wird im Zusammenspiel mit Leuchtreklamen, Scheinwerfern und Hausbeleuchtungen ein „Lichtrausch“ daraus! Dabei verbreiten die Minuten vor dem Einschalten und nach dem Ausschalten der möglichst knapp gehaltenen Straßenbeleuchtung für mich immer eine ganz besondere Stimmung.
Ähnlich ist es wohl auch den Menschen zu Zeiten gegangen, in denen der Prophet Jesaja einen Weckruf ausstieß: „Mache dich auf, werde licht!“ Zu diesen Zeiten fürchteten Menschen noch, die Sonne könnte am nächsten Morgen eventuell nicht mehr aufgehen, weil sie sich ihrer Vorstellung schlafen legte. Und die stockdunkle Nacht der Städte und Dörfer, durch wenige Kerzen und Fackeln in den Häusern erhellt, erst recht die Dunkelheit außerhalb der Ortschaften war vermutlich wirklich furchterregend. Selbst einen Weg zu finden und auf ihm zu bleiben war da schon schwierig und mit nicht wenigen Gefahren verbunden.
In eine außerordentliche Dunkelheitserfahrung tönt der Ruf des Propheten: „Mache dich auf, werde licht!“ Nach Krieg und Verschleppung hatten die Heimgekehrten gehofft, mit ihrem Land würde es nun schnell wieder aufwärts gehen. Doch es folgten Zeiten weiterer Gefahren, harter Arbeit und Frustration. Sehnen Sie nicht auch gelegentlich das sprichwörtliche „Licht am Ende des Tunnels“ herbei – vielleicht gerade zu dieser Zeit, in der es auch äußerlich dunkel ist, wo die „Jahresendrallyes“ für Viele nur Stress, Hetze und oft alles andere als vorweihnachtlich-freundliche Zuwendung sind?Weihnachtschmuck
„Mache dich auf, werde licht!“ ruft der Prophet – und er fügt eine ganz ungewöhnliche, ja unglaubliche Vision des Heils und Wohlergehens und der Bewunderung dieses Wohlstands an. Er geht sogar so weit zu behaupten, vor lauter Licht brauche man keine Sonne und keinen Mond mehr! Und dabei schlägt er keine zeitliche Brücke über zweieinhalbtausend Jahre, meint er nicht die Aussicht auf eine Zivilisation wie die des 21. Jahrhunderts. Seine Vorstellung ist, dass die unglaublich licht- und heilvolle Zeit quasi von außen auf die Menschen zufalle. An eine solche Möglichkeit, dass Licht und Heil von außen auf sie zukommen könne, glauben auch heute noch viele Menschen. Sie bereiten sich darauf vor, zünden nicht nur Kerzen für äußere Lichter an, sie ändern auch ihre innere Einstellung. Sie leben gleichsam diese Aufforderung: „Mache dich auf, werde licht!“ Warum? Der Prophet gibt die Antwort: „Weil dein Licht kommt!“
Ach ja: Sie lesen die unglaubliche Vision im 60. Kapitel des Jesajabuchs. Das lässt sich auch leicht im Internet finden. Ich wünsche Ihnen erhellende Adventswochen – und dann eine weihnachtliche Lichterfahrung!

Peter Querbach / Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Griesheim

ERF-Interview mit Jörg Kassühlke

In der ERF-Sendung »Hof mit Himmel« wird am 4. Oktober 2013 ein Interview von Jörg Kassühlke ausgestrahlt, der auch immer wieder bei uns als Prediger aktiv ist.

Hier der Link Mediathek des ERF mit dem Interview von Jörg Kassühlke.

Hier geht es zu »Hof mit Himmel« auf Facebook.

Verrat und Verräter

Liebe Leserin, lieber Leser,

„ich liebe den Verrat, aber den Verräter lobe ich nicht“. Dieses Zitat, das Julius Cäsar zugeschrieben wird, fällt in diesen Tagen des Öfteren, wenn es um die Aufdeckung des Datenskandals durch den Amerikaner Edward Snowden geht. Der Volksmund machte es noch ein bisschen einfacher: „Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter.“ Aber so ganz entschieden ist man noch nicht, welches Gefühl dem Mann entgegen gebracht werden soll, der eine weltweite Debatte über die Arbeit der Geheimdienste und ihre Verknüpfung ausgelöst hat. Fest steht jedenfalls, dass viele ihn insofern nicht lieben, dass sie nicht bereit sind, ihm Asyl zu gewähren – sei es, weil ihnen die Person nicht geheuer ist, sei es, weil man politische Komplikationen fürchtet.

Und wer hätte gedacht, dass bei der Nachverfolgung der Informationskanäle eine Spur nach Griesheim führt, wo man eine geheime Sammel- und Auswertungsstelle von Kommunikationsdaten vermutet? Ein Mitarbeiter, der dort tätig war, hat laut einem deutschen Nachrichtenmagazin erzählt, dass er dort ausländische Kommunikation abgefangen, übersetzt und verarbeitet habe. Er wird gut daran tun, seine Identität nicht einer großen Öffentlichkeit preis zu geben. Immer schon herrscht eine eigentümliche Spannung zwischen dem Inhalt des Verrats und dem Überbringer der Botschaft. Schließlich wird hier die Frage des Vertrauens bzw. des Vertrauensbruchs oft aufs Äußerste zugespitzt.

Kennen Sie dieses Kribbeln nicht auch? Sie haben Kenntnis von einem Sachverhalt – und wenn dieser Sachverhalt an ganz bestimmte Personen oder Institutionen weitergegeben wird, löst das etwas aus. Die Weitergabe der Information ist dem einen nützlich und für den anderen schädlich. Sie wägen ab, schätzen die Wirkung der Preisgabe ein, kalkulieren möglicherweise Ihren eigenen Gewinn – und ahnen wohl, dass das, wozu Sie versucht sind zu tun, irgendwie nicht in Ordnung ist?

Der bekannteste Verräter der Bibel ist ohne Zweifel Weiterlesen